Web 2.0: Datenpool für jedermann

22. Dezember 2006 – 16:41

In der aktuellen Ausgabe (Jan/Feb 2007) der SZ Wissen wird ebenfalls das Thema Web 2.0 behandelt. Jedoch wird hier nicht versucht, hunderte Geschäftsideen rund um das Mitmach-Web vorzustellen. Vielmehr geht es um die Nutzer, die ja gleichzeitig Akteure im Web 2.0 sind, und deren private Daten, die in Communities wie MySpace, YouTube oder in eigenen Weblogs veröffentlicht werden.So wird beispielsweise davor gewarnt, all zu intime Fotos oder Einstellungen (Intimssphäre!) preiszugeben. Diese jugendlichen Ausrutscher könnten bei späteren Bewerbungen von Nachteil sein. Denn nach einer amerikanischen Umfrage gleichen 27 Prozent der Personalabteilungen die Lebensläufe der Bewerber mit Suchabfragen bei Google sowie mit den Profilen sozialer Websites ab. Web 2.0 kann sich also durchaus als Jobkiller entpuppen.

Als ich das las, musste ich sofort an die Firma aus den Staaten denken: Reputation Defender. Ein Unternehmen, das sich um die Wiederherstellung des guten Rufs kümmert oder aber private Informationen der eigenen Kinder im Web 2.0 beseitigt.

Im SZ-Artikel wird noch auf eine weitere Möglichkeit hingewiesen, die im Netz befindlichen Daten wieder zu sortieren. ClaimID ist ein Online-Dienst, mit dessen Hilfe man als User die im Netz befindlichen Informationen über sich sammeln, ordnen, bestreiten und richtig stellen kann.

Ob sich das durchsetzt, wird sich im Laufe der Zeit zeigen. Jedoch bieten neue Technologien stets Herausforderungen und Chancen für neue Geschäftsmodelle. Denn was wären die Online-Marketing-Agenturen ohne Google Adwords? Oder die Suchmaschinenoptimierer ohne die Suchmaschinen? Richtig, es gäbe sie nicht. Und vielleicht existieren 2007 schon bald die ersten Unternehmen in Deutschland, die sich um die Beseitigung peinlicher Fehltritte kümmern oder sogar in Seminaren an Schulen und Universitäten den Umgang mit dem neuen Web trainieren und auf entsprechende Gefahren hinweisen. Denn Medienkompetenz lässt sich heute nicht mehr nur an Serienbriefen oder Präsentationen festmachen. Auch der richtige Umgang im Web 2.0 gehört dazu.

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